Kennzahlen: Eingen- und Gesamtkapitalrentabiliät (EKR und GKR)

Die Eigenkapitalrentabilität (EKR / RoE – Return on Equity):Capital LendingMemo

 

Bei der Eigenkapitalrentabilität handelt es sich um eine viel genutzte Rentabiliätskennzahl in der Fundamentalanalyse, welche den erwirtschafteten Gewinn prozentual zum Eigenkapital wieder gibt.

 

EKR = Gewinn (Jahresüberschuss) / Eigenkapital

 

Dabei lässt sich an dieser Kennzahl erkenne wie hoch sich das von den Kapitalgebern (bei AGs sind dies die Aktionäre) investierte Kapital verzinst hat.

 

Die zur Berechnung benötigten Daten lassen sich dem Quartals- oder Jahresabschlussbericht entnehmen. Der Gewinn ist hierbei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung auch GuV genannt zu entnehmen. Das Eigenkapital kann der Bilanz unter Passiva entnommen werden.

 

Hier nun ein kleines Rechenbeispiel:

 

Jahresüberschuss: 1.305 Mio €

 

Eigenkapital: 4.350 Mio €

 

1.305 Mio € / 4.350 Mio € = 30%

 

Somit hätte dieses Unternehmen eine EKR von 30% erreicht, was ein absoluter Topwert darstellt. Eine EKR eines soliden und guten Unternehmens sollte mindestens bei 10% liegen. Als Value Investor sollte man Unternehmen unter einer EKR von 10% meiden, da diese ihr Geld im wahrsten sinne des Wortes nicht wert sind.

 

Die Gesamtkapitalrentabilität (GKR / RoA – Return on Assets):

 

Die GKR ist ähnlich wie die Eigenkapitalrendite aufgebaut, jedoch setzt diese nicht den Gewinn bzw. Jahresüberschuss mit dem Eigenkapital ins Verhältnis, sondern den Gewinn/Jahresüberschuss + die angefallenen Fremdkapitalzinsen mit dem Gesamtkapital.

 

GKR = (Gewinn (Jahresüberschuss) + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital

 

Alle benötigten Daten können wieder dem Quartals- bzw. Jahresabschlussbericht entnommen werden, wobei das Gesamtkapital in den Berichten als Summe Passiva/Aktiva bezeichnet wird.

Hier nun wieder ein kleines Rechenbeispiel:

 

Jahresüberschuss wie oben: 1.305 Mio€

 

Fremdkapitalzinsen: 300 Mio €

 

Gesamtkapital: 32.100 Mio €

 

(1305 Mio € + 300 Mio €) / 32.100 Mio € = 5%

 

Wie man sehen kann, beträgt die Gesamtkapitalrentabilität in diesem Fall nur 5%, obwohl die EKR 30% besitzt, kommt die GKR nicht einmal in die nähe der GKR, dies lässt sich dadurch erklären, dass das eingesetzte Kapital bei den meisten Unternehmen immer viel größer als das Eigenkapital ist. Auch bei dieser Kennzahl gilt für einen Value Investor die magische Grenze von 10%, welche mindestens erreicht werden sollten.

 

Leider konnte unser Musterunternhemen nur bei der EKR wirklich punkten aber nicht bei der geringen GKR, womit dieses Unternehmen für einen eher Konservativen Value Investor wohl nicht infrage kommt.

 

Ich habe diese Zahlen jedoch nicht einfach zufällig ausgewähl, sonder möchte euch an diesen einmal zeigen, wie der erste Schein trügen kann und vermeintlich gute Unternehmen nicht immer wirklich das sind was sie uns versuchen vorzugeben zu sein.

 

In  diesem Fall machte unser Unternehmen gebrauch von dem sog. Leverageeffekt, umgangssprachlich bedeutet dies nichts anders als das, das  Unternehmen versucht mittel hohem Fremdkapitalanteil die Eigenkapitalrentabilität zu pushen. Dies ist anfürsich ja nichts Schlechtes, doch geht dieses Vorgehen mit einem sehr hohen Risiko einher. Sollte das Unternehmen z.B. einer Krise entgegensteuern und die Gewinne einbrechen, könnte das gesamte Unternehmen Probleme bekommen seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. Dies führt im schlimmsten Fall bis hin zur insolvenz des Unternehmens. Aus diesem Grund sollten Value Investoren eine bogen um solche Unternehmen machen, da diese einfach ein unnötig erhöhtes Verlustrisiko besitzen.

Bild1: LendingMemo

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