Pennystocks #1 – Was sind Pennystocks?

stock marketUnter dem Begriff Pennystocks versteht man Aktien mit niedrigem Wert, die in den meisten Fällen nicht auf geregelten Aktienmärkten gehandelt werden. In Deutschland sind es Aktien mit einer Notierung unter 1 €. In den USA liegt die Schwelle bei 5 US $ und in Großbritannien bei 1 £, so dass sie dort tatsächlich nur Pennies kosten. Es handelt sich oft um Aktien junger Unternehmen mit einer niedrigen Marktkapitalisierung, die den Anforderungen des regulierten Aktienmarktes nicht entsprechen. Aktien von Konkursunternehmen können auch zu Pennystocks gehören. Ebenso gibt es Aktien des geregelten Markts, die im Zuge der 2007 begonnenen Finanzkrise an der Preisgrenze von 1 € anlangten, ohne zu klassischen Pennystocks zu gehören. So konnte es die Commerzbank im April 2013 nur durch Aktienzusammenlegung vermeiden, in ihrem Kurs unter 1 € zu fallen.

Zumindest eine lange Zeit bezeichnete man Pennystocks als „ausländische Billigaktien“. Sie stammten vorwiegend aus den USA und Kanada. Inzwischen gibt es auch Pennystocks aus Deutschland und anderen Herkunftsländern, darunter China. Erste Pennystocks sind aus den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts bekannt. Es waren Goldminenaktien, die während des Colorado-Goldrauschs in den USA in Verkehr kamen. Wegen fehlender Regularien wurden derartige Pennystocks oft für den Anlagebetrug missbraucht. Nach einer Reihe von amerikanischen Bank- und Börsenkrisen, wie 1884, 1893, 1907 und 1929 am „Schwarzen Freitag“, wurden in den USA 1933 der Securities Act und 1934 der Securities Exchange Act als gesetzlicher Rahmen des Aktienhandels erlassen, der auch zur Errichtung der Security and Exchange Commission (SEC) führte. Diese ist seitdem die oberste Bundesbehörde, die den amerikanischen Börsenhandel kontrolliert und regelt.

Jedoch kam es erst 1992 zu einer Regulierung des Handels mit Pennystocks durch die SEC. Grundlage war der Penny Stock Reform Act von 1990. In den achtziger Jahren hatte sich ein betrügerischer Telefonhandel mit diesen Aktien entwickelt. Das Gesetz setzte sich daher das Ziel, manipulative Handelspraktiken zu unterbinden oder zumindest einzuschränken. Die Bestimmungen betrafen Pflichten der Broker zur Offenlegung der Risiken von Pennystocks und Informationen zu den von ihnen empfohlenen Aktien. Außerdem wurde ein System der Kursnotierungen errichtet, das OTC Bulletin Board von der National Association of Securities Dealers. Es sollte die „Over The Counter“ Geschäfte mit Pennystocks durchschaubarer machen. Das Board verlor in der Folgezeit an Bedeutung, nachdem die OTC Markets Group 1999 mit Kursnotierungen von Pennystocks in Echtzeit begann. Das erhöhte die Markttransparenz zwar zusätzlich, konnte die Probleme der Kursmanipulationen bei gering kapitalisierten Gesellschaften, den „Microcaps“, aber nicht grundsätzlich lösen. Sie blieben bis heute bestehen, da die Regularien der SEC unterlaufen werden können.

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