Rohstoffhandel #1 – Grundlagen des Rohstoffhandels

Rohstoffe sind Ausgangsmaterialen für die Weiterproduktion. Kein Produkt kommt ohne Rohstoffe aus.comodity LendingMemo Man unterscheidet dabei zwischen Primär- und Sekundärrohstoffen. Primärrohstoffe sind unbearbeitete Rohstoffe in der Form, in der sie aus der Natur gewonnen wurden. Sekundärrohstoffe stammen nicht direkt aus der Natur, sondern werden durch Recycling gewonnen. Rohstoffe unterliegen als volatile Güter starken Preisschwankungen, das macht sie für Spekulanten interessant. Insbesondere seit Beginn des 21. Jahrhunderts erlebt der Handel mit Rohstoffen einen starken Aufschwung.

Ursprünglich war Rohstoffhandel eine sehr umständliche Angelegenheit: Die Vertragsparteien mussten alle Transaktionen untereinander aushandeln. Das machte den Rohstoffhandel sehr unübersichtlich und der Weiterverkauf der individuell vereinbarten Geschäfte war schwierig. Als die Chicagoer Warenterminbörse den Rohstoffhandel vereinfachte und Futures-Kontrakte einführte, wurde der Terminhandel mit Rohstoffen möglich.

pumping jacks Paul LowryAn den Finanzmärkten werden unter anderem Metalle, Mineralien, landwirtschaftliche Produkte und Energien gehandelt. Die Rohstoffe werden dabei nach soft commodities (weiche Rohstoffe), hard commodities (harte Rohstoffe) und emerging commodities (neue Rohstoffe) klassifiziert. Soft commodities sind Agrarrohstoffe, da sie ein Verfallsdatum haben sind sie ausgesprochen volatil. Zu den soft commodities gehört unter anderem Kaffee, Kakao, Zucker, Weizen und Reis. Hard commodities sind üblicherweise Rohstoffe, die aus der Erde gewonnen werden. Etwa Erdöl, Erdgas, Gold und Silber. Aber auch Baumwolle wird zu den hard commodities gezählt, da sie nahezu unbegrenzt haltbar ist. Emerging commodities werden noch nicht als Rohstoff-Futures gehandelt, aber manche Investoren rechnen für die Zukunft damit. Das könnte zum Beispiel bei Wasser oder Ethanol der Fall sein.

Rohstoffe werden seit der Standardisierung der Rohstoffmärkte nicht mehr direkt gehandelt, sondern als Derivate über Termingeschäfte. Rohstoffe gehören somit gemeinsam mit Aktien, Indizes und Währungen zu den vier Assets, die im Derivathandel üblicherweise als Basiswerte dienen. Derivate sind abgeleitete Finanzprodukte, die keinen eigentlichen Wert haben. Sie beziehen ihren Wert aus dem zugrundeliegenden Basiswert.

Eine Klasse von Derivaten sind Futures. Das sind Verträge, mit denen der Kauf einer bestimmten Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt und Preis vereinbart wird. Bei Optionen hingegen schließt man keinen Kontrakt ab, sondern erwirbt nur das Recht, einen Rohstoff zu einem bestimmten Termin zu einem vorher festgesetzten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Auch für Zertifikate dienen Rohstoffe als Basiswerte. Zertifikate sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen. Anders als klassische Schuldverschreibungen unterliegen Zertifikate allerdings keiner festen Verzinsung, sondern der Käufer partizipiert am Erfolg- beziehungsweise Misserfolg eines Börsengeschäfts. Sie werden von Banken herausgegeben und sind für Privatanleger eine Möglichkeit zur Verfolgung komplexer Anlagestrategien.

Futures ermöglichen es den Anbietern von Rohstoffen, zu sichern, wie viel Geld sie für eine bestimmte Ware zu festgesetzten Terminen erhalten. Sie werden so als Mittel zur Erhöhung der Preisstabilität eingesetzt. Rohstoffpreise werden natürlich durch Angebot und Nachfrage beeinflusst, aber auch die aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Situation spielt eine Rolle. Auf landwirtschaftliche Rohstoffe hat das Wetter einen großen Einfluss. Da Rohstoffe in Dollar gehandelt werden, hat auch der Dollarkurs Auswirkungen auf die Rohstoffpreise, dabei bewegen sie sich gegenläufig zum Dollar.

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